Anforderungsprofil
Vor dem Kauf muss das Anforderungsprofil definiert werden. Anschließend geht es darum, das geeignete Produkt in guter Qualität zu finden.
Wer sich für den Bau eines Kunstrasenplatzes entschieden hat, steht einer beinahe unüberschaubaren Produktpalette gegenüber. Welcher Belagstyp in Frage kommt, ergibt sich aus der Nutzung, die hauptsächlich für das Spielfeld vorgesehen ist. Die DIN 18035-7 mit ihrer Übersicht von Belagstypen und Anwendungsbereichen ist ein gutes Instrument, um sich in diesem Punkt Klarheit zu verschaffen. Davon ausgehend, dass in den meisten Fällen in erster Linie Fußball gespielt wird und der Platz zudem gut im Mehrzweckbereich eingesetzt werden kann, dürfte die Wahl auf ein Produkt des Belagstyps B fallen.
Bei der Frage, für welchen Hersteller mit welchem Produkt man sich entscheiden soll, wird es schon komplizierter. Zwar liegen alle Anbieter im Markt bei vergleichbaren Produkten in etwa auf einem Preisniveau, selbstverständlich preist aber jeder seine Vorzüge an. Der Kunde kann sich darauf verlassen, dass geprüfte und zertifizierte Produkte namhafter Hersteller einwandfrei und von hoher Qualität sind. Und auf Gütesiegel sollte er bei den erheblichen Investitionen auch achten angesichts zu erwartender 15 Jahre, die der neue Sportplatz dann im Einsatz ist.
Bei Anbietern, die sich in erster Linie über Niedrigpreise empfehlen, sollte das Produkt besonders gut geprüft werden. In der Tat befindet sich derzeit in Deutschland eine signifikante Anzahl von Sportplätzen im Rückbau. Hier sind zum Teil Materialien zum Einsatz gekommen, die mindestens im Verdacht stehen, gesundheitsgefährdend zu sein, die mit Blick auf den Umweltschutz bedenklich sind oder schlicht minderwertig. Für den Laien und selbst den Fachmann ist der Unterschied nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Zu den Bestandteilen des Materials gehören unter anderem UV-Stabilisatoren. Werden diese nicht in ausreichender Menge beigemischt, macht zwar der Hersteller Einsparungen, jedoch nicht der Kunde. Während sich das Produkt anfangs vielleicht nicht von einem höherwertigen unterscheidet, treten die Probleme jedoch mit fortwährender Sonneneinstrahlung auf – die Farbe verblasst, und auch die funktionellen Eigenschaften lassen schnell nach.
Ansprechpartner für garantierte Qualität können Hersteller sein, die auch einen Rundum-Service inklusive des Sportplatzbaus und der Verlegung anbieten. Handelt es sich zum Beispiel um ein Unternehmen, das in Deutschland fertigt, kann man sicher sein, dass die hiesigen hohen Ansprüche erfüllt sind und das Unternehmen bis in den Betrieb des Sportplatzes hinein vor Ort für diese einsteht. Ein höherer Produktpreis könnte sich unter anderem durch Einsparungen beim Bau relativieren. Ein guter Handwerksbetrieb aus dem Gala- bzw. Sportstättenbau ist ebenfalls ein geeigneter Ansprechpartner für alle Leistungen. Er sollte neutral bewerten, Erfahrung im Umgang mit den Materialien haben und viele Produkte aus der Praxis und der Pflege genau kennen. Der Fachmann weiß dann auch über jedes Material, das bei einer größeren Anlage zum Einsatz kommt Bescheid – den Kunstrasen, aber auch Laufbahnbeläge, Randeinfassungen, Rasenheizungen und alle weiteren möglicherweise zu berücksichtigenden Gewerke.
Optimal ist es immer, sich bei verschiedenen Stellen zu informieren. Viele Hersteller mit Mustern ihrer Produkte sind übrigens auf der Fachmesse FSB in Köln zu finden. Letzen Endes aber liegt für jeden Kunden „die Wahrheit auf dem Platz“. Wo immer die Möglichkeit besteht, sollte er die Gelegenheit nutzen, mit einigen Spielern verschiedene Plätze zu testen, sich nach deren Aufbau und Hersteller zu erkundigen, um auf diese Weise eine subjektive Einschätzung zu finden, welcher Belag am angenehmsten ist und den Spielern, aus welchen Gründen auch immer, am meisten zusagt. Derzeit überschlägt sich der Markt – in einigen Regionen wird momentan ein neuer Kunststoffrasen neben dem anderen angelegt. Sollte ein Produkt besonders oft bei Neubauten zu finden sein, muss dies aber noch längst keine Empfehlung für jedes weitere Projekt sein. Oft wird im Zuge größerer Maßnahmen nicht mehr differenziert, ob im Einzelfall eine andere als die gewählte Lösung besser gewesen wäre. Wer sich für einen Kunstrasen zu entscheiden hat, sollte sich gezielt gemäß des zuvor definierten Anforderungsprofils nach einem geeigneten Produkt erkundigen – mit vorrangiger Priorität auf Qualität. Auf der Kostenseite sparen zu wollen, kann sich im Betrieb schnell als Fehler erweisen.
Quelle: Stadionwelt





